Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Die folgende Interpretation ist eine Deutsch-Hausaufgabe aus 2009. Wie ihr noch sehen werdet ist sie Fehlerhaft und definitiv verbesserungswürdig. Ich bitte euch, das im Hinterkopf zu behalten und sie nur als Orientierung zu nutzen und nicht als Muster zu nehmen. Kommentarfunktion wurde aufgrund von Spam deaktiviert.

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die so singen, oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit wieder gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

Novalis


Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Novalis
(Georg Philipp Friedrich von Hardenberg)

Im folgenden Text werde ich das Gedicht “Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren” von Novalis, welches zu der Epoche der Romantik zählt, zunächst beschreiben, anschließen die Thematik erläutern und interpretieren.

Das Gedicht von Novalis (auch bekannt als Georg Philipp Friedrich von Hardenberg) wurde 1800 geschrieben und fasst eine Strophe mit 12 Versen.
Das Metrum ist ein vierhebiger Jambus mit einer weiblichen Kadenz. Die Reimstellung ist immer ein Paarreim, die alle bis auf einen rein sind. Ebenfalls anzumerken ist, dass das gesamte Gedicht nur aus einem Satz besteht.

Inhaltlich beschreibt das lyrische Ich die Welt bzw. seinen Eindruck von der momentanen Welt. Es zeigt in seinem Gedicht eine Abneigung gegenüber Rationalität und appelliert auf mehr Gefühl und Kreativität vom Menschen. Dies wird in Vers drei und vier deutlich, wo geschrieben steht: ”wenn die, so singen oder Küssen, mehr als Tiefgelehrten wissen,”
Die Rationalität findet in dem Gedicht durch Wörtern aus der Wissenschaft, Mathematik und Lyrik Erwähnung.
In Vers eins stehen die Wörter “Zahlen und Figuren” beispielsweise für die Mathematik, in Vers vier sind die “Tiefgelehrten” ein Symbol für die Wissenschaft. In beiden Fällen strebt das lyrische Ich die Entmachtung dieser Dinge auf den Menschen.
Im Gedicht wird die Ansicht vertreten, dass die Welt, wie sie in Moment präsent ist, nicht ihrer Bezeichnung gerecht wird. Dies kann man in den Versen fünf und sechs hinein interpretieren, da das lyrische Ich davon spricht die Welt freizulassen, damit sie als, laut seiner Definition, wahre und richtige Welt zurück kehren kann. Es ist ebenfalls erwähnenswert auf die Zeitform des Gedichts aufmerksam zu machen, da während das Gedicht oft von “nicht mehr”(Vers 1), “zurück”(Vers 6) und “wieder”(Vers 7 und 8) gesprochen wird, woraus man deuten kann, dass die Welt vor einiger Zeit für das lyrische Ich eins akzeptabel war.
Man kann hier ebenfalls die Befreiung der Welt von den Fesseln der Rationalität hinein interpretieren, da in den Versen zuvor beschrieben wird, dass “Zahlen und Figuren” das Wesen “aller Kreaturen” ausmachen. (Vers eins)
Außerdem nennt das lyrische Ich in den Versen sieben bis zwölf ebenfalls Beispiele wie man die Gestalt der Welt als einzelner Mensch ändern könnte.

In Vers sieben beginnt das lyrische Ich an von scheinbar widersprüchliche Dinge zu sprechen und unlogische Dinge zu fordern, wie “in Märchen und Gedichten […] die wahren Weltgeschichten” zu erkennen (Vers 9-10).
In Vers sieben und acht spricht das lyrische Ich von “Klarheit”, die durch das Verbinden von “Licht und Schatten” erschaffen wird. Wie kann man dies in Verbindung mit den anderen bringen?
Wie im oberen Abschnitt erwähnt, sieht das lyrische Ich die Rationalität, die in der Welt die Oberhand hat, als Fesseln für Kreativität und Emotionen. Und auch der Durst nach Wissen wird von dem lyrischen Ich abgelehnt und bevorzugt die irrationalen Dinge. Dieses ist in den Versen drei und vier zu finden.
Diese Ablehnung kann man in den unrealistischen Partien des Gedichts ebenfalls wieder finden, da das lyrische Ich von dem Menschen auch verlangt, dass man die Welt nicht erklären muss, um in ihr zu leben. Es ist in den Augen des lyrischen Ich besser, sich auch mit den unmöglichen Dingen abzufinden und sie zu akzeptieren, denn laut den letzten Versen des Gedichts, wird nur so die Welt, die momentan nur ein “verkehrtes Wesen”(Vers 12) ist verschwinden um Platz für die natürlichere und wahre Welt zu machen.

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